Mittwoch, 1. Oktober 2014

Niemals geht man so ganz..

Hallo ihr Lieben!

Heute mal ein etwas ernsteres Thema, was eigentlich auch gut in meine Kolumne passt, ich es aber etwas aussen vor lassen, weil es mir doch etwas mehr bedeutet.

Der 2.10 ist fun mich ein ganz besonderer Tag. Ein ganz besonders schwerer Tag! Ich habe da jemanden vor acht Jahren verloren um genau 17:11 Uhr. Eine Art "Vaterersatz".
Es war und ist einer der fruchtbarsten Tage im Jahr und mit keinerlei Schmerz zu vergleichen! Es ist ein tauber Schmerz aber er schmerzt doch gleichzeitig mehr als ein furchtbarer Schmerz im Zahn. Am 2.10 in jedem Jahr bin ich irgendwie wie gerädert. Ab 17:00 Uhr halte ich dann inne. Atme tief ein und aus und versuche wenigstens einmal stark zu sein und mich nicht von meinen Gefühlen über rollen zu lassen. Jedes Jahr scheitere ich daran.
Vor 8 Jahren, am 2.10 habe ich meinen Opa verloren. Ein großartiger Mensch, ein wundervoller Mann, ein fabelhafter Opa.
Er hat mir beigebracht, dass Blumen nicht Bestandteil einer guten Suppe sind. Es hat mir etwas das gärtnern nahe gebracht und meiner Kindheit eine Form gegeben. Er hatte immer eine schützende Hand über mir egal wer was sagte. Bei meinen Großeltern konnte ich Kind sein: Lernen, spielen, groß werden.
Auf dem Weg zum Teenager und den damit auftretenden Problemen war ich bei ihnen immer sicher! Es war ein Platz der Unbeschwertheit und der Sicherheit.
Ist es nicht ungerecht, wenn einem das plötzlich genommen wird? Von jetzt auf gleich???
Es ist die schlimmste Erfahrung, die ich in meinem Leben bisher gemacht habe. Und ich werde damit wahrscheinlich auch noch mein ganzes Leben kämpfen.
Wie furchtbar es ist in einem Trauerzug mitzugehen und mitzubekommen, wie dort jemand seine letzte Reise antritt.
Was sollen die Blumen, die dann ins Grab geworfen werden? Was soll das alles? Warum gehen die Guten zuerst und das Schlechte geht zum Schluss? Hat das einen Sinn?! Ich würde ihn gerne wissen.

Ich kann jedem nur uns Herz legen die Trauer richtig und intensiv aufzuarbeiten.
Es ist das wichtigste! Ich für meinen Teil habe den optimalen Zeitpunkt leider verpasst und werde das wahrscheinlich auch nicht aufarbeiten können. Jedoch tue ich alles, dass es mir leichter fällt über ihn und die Situation zu sprechen.
Ich habe ein paar Jahre nach dem Tod meines Opas angefangen meine Gefühle und meine Trauer in einem Buch zu verarbeiten, welches jedoch unfertig ist.
Kurz nach dem Tod habe ich Briefe an ihn geschrieben und sie alle abgeheftet. Es ging mir besser danach.
Aber nie habe ich das so ganz verkraftet, dass da ein Mensch aus meinem Leben gegangen ist, mit dem es jetzt um einiges leichter gewesen wäre.
Er war schon mal Teil eines Blogeintrages hier aber dieses Mal ist er der Hauptteil.
Einige halten diese Art der Aufarbeitung vielleicht für fraglich aber das hilft mir!

Jedes Mal, wenn ich dann vor einer schweren Entscheidung stehe oder ein Ereignis in meinem Leben ansteht, wovor ich enorm viel Angst habe bete ich zu ihm. Ich bin eigentlich nur durch ihn etwas religiöser geworden, weil ich mich dadurch mit ihm verbunden fühle.
Ich würde mir wünschen, dass er mehr meiner Lebensabschnitte begleitet hätte und mir dabei zugesehen hätte wie ich reife und erwachsen werde. Stattdessen sitzt er da oben auf einer Wolke und schaut zu, ohne dass ich ihn sehe.
Vielleicht würde er noch leben, wenn einiges anders gelaufen wäre. Wenn Menschen im Krankenhaus ihre Ausbildung und Aufgabe ernst genommen hätte - ich sage das hier nicht ohne Grund!-.
Aber jeder bekommt irgendwann seine gerechte Strafe!

Wie gesagt, der Tod eines geliebten Menschen ist die schlimmste Erfahrung, die ich je gemacht habe!

Ich wünsche mir, dass es ihm dort oben gut geht und wir uns irgendwann wieder sehen! Daran glaube ich fest und hoffe es sehnlichst.
Bis dahin bleibt er immer in meinem Herzen, denn wenn man dort erhalten bleibt nach dem Tod, geht man niemals so ganz!

Ich habe dich lieb, Opa!
Bis bald!


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