Sonntag, 10. August 2014

Dieser Moment, wenn...

Hallo Welt!

Es tut mir leid, dass in letzter Zeit keine Kolumne mehr von mir kam, aber mir fiel kein Thema ein.
Heute hatte ich dann wieder eine Idee und deswegen bekommt ihr heute wieder was zu lesen :).

Dieser Moment, wenn du deinen Schutzengel gerne aus den Wolken holen möchtest und dir an die Seite stellen willst, weil du ihn so sehr vermisst und hoffst, dass dann alles besser wird.

Kennt ihr das Gefühl? Das Gefühl in den sternenklaren Himmel zu schauen und nur an eine Person zu denken, die nun mit den Engeln lacht? Es ist egal, wie lange sie schon nicht mehr an eurer Seite steht, allein zählt das Gefühl.
Das Gefühl habe ich gerade, weil mein heutiger Tag eher zum Mäuse melken war, um es mal nett zu formulieren.
Besonders, wenn ich Probleme mit einer Person habe, dann denke ich an meinen geliebten Opa. Ganz ganz doll und wünsche ihn mir herbei. Aber beim Wünschen wird mir dann bewusst, dass das nicht geht und dann fühle ich nur noch Leere für einige lange Minuten. Dann ist das Vermissen so schlimm, dass es kaum auszuhalten ist.
Ich habe das damals nie so wirklich verstanden, warum die besten Menschen so früh aus dem Leben scheiden. Einer guten Freundin habe ich mal gesagt, dass sie dort oben auf einer Wolke sitzen, in einem Liegestuhl und mit einem vollen Glas Apfelsaft über uns walten und uns beschützen. Aber das sind Vorstellungen, die das alles besänftigen, aber nicht wirklich erklären oder es mich verstehen lassen.
Es gibt meiner Meinung nach nichts schlimmeres, als einen Menschen zu vermissen, in der Gewissheit, dass du ihn nie wieder sehen wirst.
Man steht dann vor einem großen Stein, liest den Namen, Geburtsdatum und das Todesdatum und möchte am liebsten in sich zusammensacken, weil du genau das nie lesen und sehen wolltest.
Du erinnerst dich daran wie es war, als du als letztes im Trauerzug gegangen bist, weinend, nein, schluchzend, ohne ein Ende zu finden. Alles was half war das ein- und ausatmen. Dann standest du vor dem offen Grab, der Sarg eingelassen und du hörtest deine eigenen Schreie, die vor Tagen bei der furchtbaren Nachricht aus dir herausdrangen. Eine Blume nach der anderen wurde in das Grab geworfen und plötzlich warst auch du an der Reihe und sammeltest die letzten Kräfte um deine linke Hand dazu zu bewegen, die Blume in das leblose Loch zu werfen. Rumdrehen. Gehen. Laufen. Sprinten. Weg. Vergessen. Geliebt. Unvergessen. 1 Jahr. 8 Jahre. Kein Ende. Trauer.

Jedes Mal der gleiche Film vor deinen Augen. Du schaust um dich und siehst in rote Gesichter. Rot vom angestrengten Unterbinden der Tränen oder von kullernden Tränen, die man heimlich, unterlegt von einem Räuspern, wegwischte und hoffte, dass sie niemand gesehen hatte.

Trauer ist eines der schlimmsten Dinge im Leben und doch so menschlich und allgegenwärtig.
Ich habe nie gelernt sie zu bewältigen und ich glaube, dass der Zug abgefahren ist, aber ich kann es jedem nur raten, sich Zeit zu nehmen um zu trauern und die Trauerbewältigung ernst zu nehmen.

Und am Ende hilft doch meistens der abschließende Gedanke: Irgendwo sitzt der geliebte Mensch und wacht über einen und er wird immer im Herzen, der Menschen sein, die ihn geliebt haben.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine angenehme Woche, gebt auf euch acht,

Eure


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